Werbewoche, 11. Dezember 2008
Steht der Untergang des Abendlandes, gar das Ende der Welt unmittelbar bevor? Man könnte durchaus meinen, der jüngste Tag sei angebrochen, wenn man sich berieseln und berauschen lässt von all dem, was im Blätterwald und in den Talkshows derzeit mit aller (Medien-)Macht über uns hereinprasselt. Und das jüngste Gericht wird gleich noch effektvoll mit hinzu inszeniert - angesichts der Selbstgerechtigkeit, mit der viele Medienleute nicht nur schwadronieren, sondern auch moralisieren.
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Weltwoche 42/08 Unser früheres Geschwätz zum Finanzmarkt kümmert uns nicht. Blöderweise kümmert es unsere Leser. Die Journalisten hatten es im Fall UBS schon immer gewusst. Sie wussten zum Beispiel, dass die UBS eine unrentable Schwachstelle hat. «Die Schwachstelle», so wusste etwa die Berner Zeitung, «betrifft das Investment Banking.»
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Wirtschaftsjournalist, 05/2006 Das neue CASHdaily ist nahverkehrs-,flugzeug- und bildschirmtauglich, gut gemacht und kostenlos – für die Schweiz ein kleines Wunder. Die erste Enttäuschung ist herb: Als ich bei Google nach „Cash daily“ suche, lande ich bei zwei Internet-Anzeigenagenturen (sell.com classifieds; kingdom classifieds) und dann bei der Ringier-Medienstelle, die in einer Monate alten Pressemeldung das Verlagsprojekt ankündigt.
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Süddeutsche Zeitung, 3. Juli 2006 Condé Nast startet in den USA ein Wirtschaftsmagazin - und lockt in der Branchenmisere mit LuxusjournalismusUngleicher kann eine Beziehung eigentlich gar nicht sein: Ausgerechnet das amerikanische Verlagshaus Condé Nast Publications, bekannt für seine Glamour-Hefte Vogue, Vanity Fair und GQ, plant ein neues monatliches Wirtschaftsmagazin. Condé Nast Portfolio soll das Heft heißen und der Untertitel fügt hinzu "Business Intelligence".
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Neue Zürcher Zeitung, 17. Februar 2006 Der Einfluss von Medienberichten auf das KonjunkturklimaEine Habilitationsschrift untersucht den Einfluss von Medienberichten aufs Konjunkturklima. Sie erkennt einen problematischen, starken Negativismus in der Fernsehberichterstattung.
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Neue Zürcher Zeitung, 30. Dezember 2005 Konjunktur und Krise der BörsenberichterstattungUmfang und Vielfalt der Börsen- und Finanzberichterstattung sind ähnlich konjunkturabhängig wie ihr Objekt. Darüber hinaus lassen sich Wirtschaftsjournalisten in ihren Berichten stärker von ökonomischen Anreizen leiten, als ihnen - und ihren Publika - bewusst sein dürfte, wie Andrea Höhne und Stephan Russ-Mohl vom Europäischen Journalismus-Observatorium in Lugano schreiben.
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Il Sole – 24 Ore, 12. Dezember 2005 In den deutschsprachigen Ländern erfreut sich der Wirtschaftsjournalismus einer florierenden Presselandschaft. Dieser Boom geht heute weit über das hinaus, was man früher schon in Italien kannte. Der Wirtschaftsjournalismus verfügt in diesen Ländern nicht nur über eine grössere Anzahl an Magazinen und Zeitungen, sondern hat sich darüber hinaus auch weiter spezialisiert und ist somit in allen Marktnischen präsent.
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Neue Zürcher Zeitung, 29. April 2005 Eine Analyse der italienischen WirtschaftszeitungMit einer Auflage von 380 000 Exemplaren ist die Wirtschaftszeitung «Il Sole 24 Ore» auflagenmässig die Nummer drei in Italien. Ein Fachartikel erläutert, weshalb das Blatt ein verlegerisches Phänomen ist, das weltweit seinesgleichen suche.
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Medienwissenschaft Schweiz, Sonderheft «Probleme der Wirtschaftskommunikation», Nr. 2/2004 EJO-RESEARCH
Finanzberichterstattung und Risiko-Kommunikation als Beispiele Forscher verdanken ihre Weitsicht oftmals dem Umstand, dass sie «auf den Schultern von Riesen» sitzen - so der Soziologe Robert K. Merton (1983). Je nachdem, auf wessen Schultern unsereiner sitzt, verschiebt sich dabei bekanntlich der Blickwinkel. Wir haben unseren Ausguck bei Adam Smith und Joseph Schumpeter bezogen - und bei einer Vielzahl weiterer Ökonomen, die in den letzten 50 Jahren begonnen haben, nicht nur die Wirtschaft, sondern die Weltläufe mit Hilfe der Ökonomik zu erklären. Somit sehen wir vor allem Journalisten anders, als viele Kommunikationsforscher sie vermutlich bisher gesehen haben. Aus der gewählten Perspektive der Ökonomik glauben wir manches, was sich im Journalismus tut, besser erklären zu können, als dies mit Hilfe konventioneller Paradigmen gelingt – aber beileibe nicht alles.
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Neue Zürcher Zeitung, 25. April 2003 Die US-Wirtschaftspresse im New-Economy-BoomHaben die Medien den Börsenboom verstärkt, bevor die Spekulationsblase geplatzt ist, oder haben sie frühzeitig vor Übertreibungen und vor allem vor unseriösen Bilanzierungspraktiken gewarnt? Die «American Journalism Review» («AJR», März 2003) hat jetzt in einer gründlichen Rückschau der US-Wirtschaftspresse bescheinigt, dass sie eher prozyklisch gewirkt hat, als dass sie ihrer Rolle als Wachhund gerecht geworden wäre. Anderseits arbeitet das Fachblatt aber auch heraus, dass es immer wieder kritische Einzelstimmen gegeben habe, die jedoch im kollektiven Rausch(en) untergegangen sind.
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